UNSER HERZ

Verschluss eines persistierenden Foramen ovale (PFO) oder atrialen Septumdefekts (ASD)

Was ist ein PFO?

Das Foramen ovale ist eine Verbindung zwischen dem linken und rechten Vorhof und spielt in der fetalen Phase der Schwangerschaft eine entscheidende Rolle, da der Lungenkreislauf des Fötus noch nicht entwickelt ist und über dieses Loch in der Trennwand der Vorhöfe ein Blutkreislauf gewährleistet wird. In den meisten Fällen verschließt sich das Foramen ovale nach der Geburt selbst. Ein persistierendes Foramen ovale („PFO“) betrifft rund 25% der Menschen und ist daher keine Seltenheit. Normalerweise hat ein PFO keinen Krankheitswert, es kann aber in einigen Fällen zu einem Übertritt von Blutgerinnseln vom rechten in den linken Vorhof („Rechts-Links-Shunt“) kommen, was einen Schlaganfall auslösen kann.

Sollte es zu einem Schlaganfall vor dem 65. Lebensjahr kommen, für den keine andere Ursache gefunden werden konnte („kryptogener Schlaganfall“) besteht die Indikation eines Verschlusses des PFOs mit Hilfe eines Schirmchens („Occluder“), welches den Defekt im Septum zwischen den beiden Vorhöfen abdecken kann.

Ein kleines Loch in der Herzscheidewand, das bei manchen Menschen nach der Geburt offen bleibt (PFO), kann über einen Katheter durch die Leiste verschlossen werden. Dabei wird ein kleines Schirmchen eingesetzt, das das Loch sicher von beiden Seiten abdeckt und so das Risiko für z. B. Schlaganfälle senkt.

Was ist ein ASD?

Ähnlich dem Foramen ovale handelt es sich beim ASD („Atriumseptumdefekt“) um einen Defekt in der Trennwand der beiden Vorhöfe. Hierbei kommt es zu einem Blutübertritt vom linken in den rechten Vorhof. Dies führt je nach Größe dieses Defektes zu einer zunehmenden Druckbelastung des rechten Herzens, welche physiologischerweise eigentlich nur das linke Herz bewältigen kann. Folgend kommt es zu Zeichen der Rechtsherzschwäche, wie Wassereinlagerung in den Beinen oder im Bauchraum, und zu einem erhöhten Lungendruck, der sich durch eine zunehmende Luftnot bemerkbar macht. Ebenso kann es zu einem kurzfristigen Rechts-Links-Shunt mit Übertritt von Blutgerinnseln kommen, welche einen Schlaganfall auslösen können.

Die Indikation für einen Schirmchenverschluss des ASD wird mit Hilfe einer Schluckultraschalluntersuchung und einer Rechtsherzkatheteruntersuchung zur Bestimmung des Shuntvolumens geprüft.

Ein größeres Loch in der Herzscheidewand zwischen den beiden Vorhöfen (ASD) kann über einen Katheter durch die Leiste verschlossen werden. Dazu wird ein spezielles Schirmchen eingesetzt, welches das Loch von beiden Seiten abdeckt und so den Blutfluss im Herzen wieder normalisiert.

PFO-/ASD-Occluder-Implantation – Ablauf

Da die Implantation des Schirmchens mit Hilfe einer Schluckultraschalluntersuchung gesteuert wird, erfolgt der Eingriff in aller Regel in Vollnarkose. Über die Leistenvene wird ein Katheter in den Vorhof platziert.

Der Occluder besteht aus zwei eng aneinander liegenden Scheibchen, die über einen Steg miteinander vebunden sind. Die erste Scheibe wird im linken Vorhof entfaltet, anschließend erfolgt die Entfaltung der zweiten Scheibe auf der rechten Seite des Vorhofs. Hierdurch wird das Foramen ovale (bzw. der Defekt im Septum zwischen den beiden Vorhofhöfen) abgedeckt und verschlossen.

Die Eingriffszeit beträgt circa 15-30 Minuten.

Kontaktaufnahme

Die Ansprechpartner:innen für Untersuchungen und Behandlungen der verschiedenen Herzerkrankungen am Klinikum Links der Weser, Klinikverbund Bremen, Gesundheit Nord gGmbH finden Sie auf der folgenden Homepage: 

Hier finden Sie auch die Kontaktdaten der entsprechenden Sekretariate zur Anmeldung.