Nach der WHO-Einteilung spricht man von einer Adipositas ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 kg/m². Der BMI-Bereich 25-29,9 kg/m² wird als Übergewicht bezeichnet, bei einem BMI ≤24,9 kg/m² besteht ein Normalgewicht.
Um eine langfristige Gewichtsreduktion zu erreichen, empfehlen wir Ihnen eine gesunde Lebensweise, die folgende Bereiche umfasst:
Die Ernährung ist ein wesentlicher Baustein der Prävention und es ist für die meisten von uns eine Herausforderung, sich herzgesund zu ernähren.
Gesunde Ernährung hat günstige Effekte auf Blutdruck, Blutzucker und Blutfette und senkt das kardiovaskuläre und das Krebsrisiko: empfohlen werden insbesondere Gemüse, Salat und Obst.
Daher sollte die Ernährung grundsätzlich kalorienbewusst, fleischarm (max. 2x pro Woche), fischreich (mindestens 1x, besser 2-3x pro Woche) sowie obst- und gemüsereich (5 Portionen pro Tag) sein.
Regelmäßige Bewegung ist ein essentieller Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Empfohlen wird eine ausdauersportliche Betätigung (zügiges Spazierengehen, Walking, Jogging, Schwimmen, Fahrradfahren) von mindestens dreißig Minuten täglich an mindestens vier Tagen, besser fünf Tagen der Woche. Um dem natürlichen Verlust an Muskelmasse vorzubeugen, der ab dem 30. Lebensjahr einsetzt, ist ein zusätzliches Krafttraining zweimal in der Woche empfehlenswert, auch mit dem Ziel, Rumpf- und Bauchmuskulatur zu stärken und Haltungsfehlern bzw. Rückenbeschwerden vorzubeugen.
Positiv beeinflusst werden ebenfalls der Zuckerstoffwechsel, der Blutdruck und das schützende HDL-Cholesterin.
Häufig ist gerade dann, wenn eine sportliche Betätigung neu begonnen werden soll, ein Personal Training sinnvoll, sowohl als Motivationshilfe als auch um die entsprechenden Bewegungsabläufe zu erlernen.
Ein erhöhtes Cholesterin, insbesondere das LDL-Cholesterin, ist einer der Hauptrisikofaktoren für die Ausbildung einer Arteriosklerose.
Der Zielwert für das LDL-Cholesterin hängt vom Risiko des Patienten ab:
Bei Personen, die bereits Gefäßerkrankungen haben (die also z.B. einen Stent erhalten haben) ist der Zielwert gemäß den internationalen Leitlinien <55mg/dl (1,4 mmol/l).
Erste Maßnahme ist grundsätzlich eine diätetische Cholesterinsenkung – Der Cholesterinwert ist zu einem Gutteil genetisch determiniert, kann jedoch durch den gesunden Lebensstil günstig beeinflusst werden. Im Mittelpunkt einer cholesterinbewussten Ernährung stehen reichlich Obst, Gemüse, Salat und pflanzliche Öle außer Palmöl und Kokosfett.
Auch Phytosterin-haltige Lebensmittel wie z. B. Becel proaktiv oder entsprechende Produkte senken das Cholesterin. Neutral wirken sich Olivenöl und mageres Geflügel, Fisch sowie fettarme Milchprodukte aus. Zu vermeiden sind Lebensmittel mit einem hohen Gehalt tierischer, gesättigter Fette wie fettes, rotes Fleisch, Aufschnitt, Backwaren, viele Fertiggerichte und vollfette Milchprodukte.
Wenn Lebensstilmaßnahmen nicht ausreichen, um das LDL-Cholesterin in den Zielbereich zu bringen, sind Medikamente notwendig.
Weit verbreitet sind die Statine sowie das Ezetimib.
Aber auch Bempedoinsäure, die PCSK9-Hemmer Evolocumab und Alirocumab sowie das Inclisiran sind Optionen, wenn die Standardtherapie mit Statinen und Ezetimib nicht ausreichend ist oder nicht vertragen wird.
Von einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) spricht man ab Werten ≥140/90mmHg.
Gesunde Ernährung und regelmäßiger Ausdauersport können einen entscheidenden Beitrag zur Blutdrucksenkung leisten. Hierbei ist nachgewiesenermaßen bei Übergewicht eine Gewichtsreduktion und in jedem Fall die reichliche Aufnahme von Obst und Gemüse und fettarmen Milchprodukten und die Reduktion des Kochsalzkonsums wirksam.
Wenn Lebensstilmaßnahmen nicht genügen, um den Blutdruck gut einzustellen, sind Medikamente erforderlich. Hierzu werden häufig Kombinationspräparate eingesetzt. Die erste Wahl gemäß den internationalen Leitlinien sind die Sartane/ACE-Hemmer, die Kalziumantagonisten und die Diuretika. Es gibt aber noch zahlreiche zusätzliche Medikamente, die eingesetzt werden können, wenn die Standardtherapie nicht ausreichend ist oder nicht vertragen wird.
Der Langzeit-Zuckerwert („Blutzuckergedächtnis“) ist der HbA1c-Wert. Bei Werten ≥ 6.5% spricht man von einem Diabetes mellitus, bei Werten von 5,7-6,4% von einem Prädiabetes, was bereits ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko signalisiert. Eine Normalisierung dieses Wertes ist in der Regel ebenfalls durch Gewichtsabnahme und regelmäßige ausdauersportliche Bewegung zu erzielen. Zusätzlich sind regelmäßige Krafttrainingseinheiten (mindestens 2x/Woche über je 20 Minuten) sinnvoll, um die Muskelmasse zu erhalten und dadurch ein Absinken des Grundumsatzes zu verhindern.
Hinsichtlich der Ernährung haben sich – vergleichbar mit den Hinweisen zu Cholesterinsenkung – die Vermeidung tierischer Nahrungsmittel mit gesättigten Fetten und die Bevorzugung pflanzlicher, ballaststoffreicher Nahrungsmittel als wirksam erwiesen. Ebenfalls sollten einfache Zucker, Süßigkeiten und weiße Mehlprodukte reduziert werden. Auch (Frucht-)zuckerhaltiges Obst sollte nur in Maßen verzehrt werden.
Die medikamentöse Therapie des Diabetes mellitus Typ II beinhaltet gemäß den gültigen Leitlinien insbesondere die Medikamentengruppen GLP-1-Rezeptoragonisten (z.B. Semaglutid), SGLT2-Hemmer (Empagliflozin, Dapagliflozin) und das Metformin.
Im Falle eines Diabetes mellitus Typ I ist hingegen immer eine Insulintherapie erforderlich.
Nicht nur die Lunge leidet unter Tabakrauch, auch das Herz und Gefäße werden durch Nikotin und Tabakrauch in Mitleidenschaft gezogen. Durch den Konsum von Tabakwaren steigen das Herzinfarktrisiko sowie das Risiko an Arteriosklerose und Schlaganfall zu erkranken signifikant an. Schon während des Rauchens verändern sich die Gefäße, die Herzfrequenz erhöht sich und der Blutdruck steigt. Langfristig bewirkt das Rauchen eine Entzündung der Gefäßwände, eine Veränderung der Fließeigenschaften des Blutes und eine vermehrte Steifheit der Gefäßwände.
Eine strikte Nikotinkarenz dagegen hat sowohl unmittelbar nach dem Rauchstopp als auch langfristig positive Effekte auf die Gesundheit. Selbst langjährige Raucher können ihre Lebenserwartung wieder verlängern, wenn sie mit dem Rauchen aufhören.
Das Entscheidende bei der Raucherentwöhnung ist zweifelsohne die Motivation und der feste Wille, dauerhaft von der Zigarette loszukommen. Dabei kann ein Selbstbelohnungssystem für eine schrittweise Entwöhnung hilfreich sein. Gegebenenfalls sollten professionelle Hilfen wie Entwöhnungskurse oder eine Verhaltenstherapie in Erwägung gezogen werden. Nikotinersatzpräparate wie Nikotinpflaster, Nikotinkaugummi oder Nikotinlutschtabletten können den Prozess der Raucherentwöhnung unterstützen.
Das Buch wurde nicht für Fachpublikum, sondern für interessierte Bürgerinnen und Bürger geschrieben. Es fasst die wichtigsten Informationen rund um das Thema „Herzinfarkt“ in verständlicher Sprache zusammen. Theoretische Inhalte werden mit Videobeiträgen ergänzt, die über QR-Codes abrufbar sind.
Stiftung Bremer Herzen, Rainer Hambrecht, Harm Wienbergen,
„Dem Herzinfarkt vorbeugen“, Springer Verlag, 2021.
ISBN 978-3-662-63466-0 ISBN 978-3-662-63467-7 (eBook)
Die Ansprechpartner:innen für Untersuchungen und Behandlungen der verschiedenen Herzerkrankungen am Klinikum Links der Weser, Klinikverbund Bremen, Gesundheit Nord gGmbH finden Sie auf der folgenden Homepage:
Hier finden Sie auch die Kontaktdaten der entsprechenden Sekretariate zur Anmeldung.

STIFTUNG BREMER HERZEN
Senator-Weßling-Str. 2
28277 Bremen
Tel.: +49 421 879-1262
E-Mail: sekretariat@bremer-herzen.de
STIFTUNG BREMER HERZEN
IBAN: DE25 2905 0101 0086 0052 20
BIC: SBREDE22XXX
Sparkasse Bremen