UNSER HERZ

Kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI)

Die Aortenklappe befindet sich zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader.

Die häufigste Erkrankung der Aortenklappe ist die Aortenklappenstenose. Hierbei ist die Aortenklappe verengt. Etwa 7 % aller Menschen im Alter über 65 Jahren leiden daran.

Verursacht wird die Aortenklappenstenose meist durch Alterungsprozesse und Verschleißbildungen der Herzklappe. Aber auch angeborene Herzklappenfehler („bikuspide Aortenklappe“) oder Entzündungen der Herzklappe („Endokarditis“) können ursächlich für eine verengte Aortenklappe sein.

Deutlich seltener kommt es zu einer relevanten Undichtigkeit der Aortenklappe, zu einer sog. Aortenklappeninsuffizienz. Mögliche Ursachen für eine Aortenklappeninsuffizienz sind entweder strukturelle Veränderungen der Herzklappe durch zum Beispiel angeborene Herzklappenfehler oder entzündliche Prozesse oder es liegen sekundäre Ursachen wie zum Beispiel eine Erweiterung der Schlagader vor, welche eine adäquate Schließung der Aortenklappe unmöglich machen kann.

TAVI-Herzklappe am Beispiel einer ballonexpandierenden Edwards SapienTM-Herzklappe. Die Klappe besteht aus einem Kobald-Chrom-Gerüst mit bovinem Perikardsegel (Rind).

Katheterbasierte Aortenklappenimplantation – Wie funktioniert das?
TAVI (transcatheter aortic valve implantation)

Die TAVI-Prozedur hat sich als minimalinvasive Methode zur Behandlung der Aortenklappenstenose zu einer Routineprozedur entwickelt. Durch die Vermeidung einer offenen Herzoperation mit Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine ist der Eingriff deutlich schonender, weist geringere Risiken und schnellere Rehabilitationszeiten auf. Vor allem bei Patienten und Patientinnen über 75 Jahren und mit einem erhöhtem Operationsrisiko hat dieses Verfahren den offenen chirurgischen Aortenklappenersatz weitestgehend verdrängt. Aktuelle Studienergebnisse lassen aber auch vermuten, dass die TAVI-Implantation auch bei jüngeren Patientinnen und Patienten einem konventionell-operativem Aortenklappenersatz nicht unterlegen ist.

Durchführung der TAVI-Prozedur

Bei der TAVI-Prozedur ist es möglich, am schlagenden Herzen eine biologische Aortenklappe zu implantieren. Hierbei befindet sich die Klappenprothese kleingefaltet auf einem Katheter, der über die Leistenarterie oder alternativ über die Herzspitze bis in die kranke Aortenklappe vorgebracht wird. Dabei wird entweder mit einer ballonexpandierenden Aortenklappenprothese oder mit einer selbstexpandierenden Aortenklappenprothese die verkalkte Aortenklappe an die Wand gedrückt und die Klappenprothese durch die vorliegende Verkalkung in der nativen Herzklappe verankert.

Der Eingriff wird in aller Regel ohne Vollnarkose mit leichter medikamentöser Beruhigung durchgeführt.

In den meisten Fällen erfolgt anschließend die Verlegung des Patienten oder der Patientin auf eine Überwachungsstation. Der gesamte stationäre Aufenthalt beläuft sich in aller Regel auf ungefähr fünf Tage.

Kontaktaufnahme

Die Ansprechpartner:innen für Untersuchungen und Behandlungen der verschiedenen Herzerkrankungen am Klinikum Links der Weser, Klinikverbund Bremen, Gesundheit Nord gGmbH finden Sie auf der folgenden Homepage: 

Hier finden Sie auch die Kontaktdaten der entsprechenden Sekretariate zur Anmeldung.